„DIGITALE PROZESSE ENTLASTEN DEN VERWALTUNGSAPPARAT“

Der Druck auf Zeitarbeitsunternehmen ist groß. Nicht nur in Frankreich, dem Herkunftsland von Coffreo, sondern auch in Deutschland. Ein Gespräch mit Emmanuel Cudry, CEO von Coffreo, und Christoph Lamoller, Country Sales Manager in Deutschland, über gesetzliche Regularien, Zeitmanagement und intelligente BPO-Prozesse. 

 

Mit welchen Herausforderungen sehen sich Zeitarbeitsunternehmen in Frankreich und in Deutschland konfrontiert? 

Emmanuel Cudry: Die gesetzlichen Regularien sind in den beiden Ländern sehr unterschiedlich, Doch sowohl in Frankreich als auch in Deutschland befindet sich der Arbeitsmarkt und damit auch der Zeitarbeitsmarkt in einem tiefgreifenden Wandel. 

Christoph Lamoller: In Deutschland hat die Reform des AÜG im Jahr 2017 mit den damit verbundenen Restriktionen wie etwa die gesetzliche Höchstüberlassungsdauer den Verwaltungsaufwand bei den Zeitarbeitsunternehmen enorm erhöht. . 

Emmanuel Cudry: Viele Zeitarbeitsunternehmen haben ihre Prozesse gar nicht oder nur sehr wenig digitalisiert.  Als Folge davon verbringen die Teams in den Niederlassungen sehr viel Zeit mit Verwaltungsaufgaben, Diese Zeit brauchen sie jedoch dringend für Recruiting und Betreuung der Kandidaten brauchen.

 

Wie können sich Zeitarbeitsunternehmen differenzieren und wettbewerbsfähig bleiben?

Emmanuel Cudry: In Frankreich gehören digitale Tools und Apps zum Alltag. Die gesamte Kommunikation sowie die Vertrags- und Dokumentenverwaltung in der Zeitarbeit erfolgt digital und teilweise sogar mobil. Intelligente BPO-Prozesse übernehmen die elektronische Signatur von Arbeits- und ANÜ-Verträgen, sie erstellen Arbeitszeitnachweise oder sie managen die Automatisierung von Rekrutierungskampagnen in den Pool der eigenen Zeitarbeitnehmer. 

Christoph Lamoller: Das Interesse an digitalen Lösungen steigt in Deutschland. Die Unternehmen machen sich zunehmend mit den rechtlichen und prozessrelevanten Konsequenzen einer Digitalisierung ihrer Prozesse vertraut, wie beispielsweise die digitale elektronische Signatur von Überlassungs- oder Arbeitsverträgen.

Coffreo bietet in Deutschland im ersten Schritt die Digitalisierung von ANÜ-Verträgen an, die mühelos in bestehende ERP-Prozesse integrierbar ist. Die standardisierten Prozesse automatisieren den Unterzeichnungsvorgang und archivieren die Dokumente in sicheren Umgebungen. 

 

Sind digitale BPO-Prozesse Jobkiller? 

Emmanuel Cudry: Nein, digitale Prozesse ersetzen keine Teams, sie entlasten sie von zeitaufwändigen und kostenintensiven Verwaltungsaufgaben, die ein Algorithmus schneller und besser erledigen kann. 

Christoph Lamoller: Wenn, dann ist die Reform des AÜG ein Jobkiller. Die digitalen Lösungen von Coffreo entlasten die Niederlassungen bei ihrem Tagesgeschäft, dem Vermitteln ihrer Zeitarbeitnehmer in offene Vakanzen beim Kunden. 

 

Verändern sich damit die Aufgaben der Kundenberater in den Niederlassungen? 

Emmanuel Cudry: Entlastet von den administrativen Aufgaben wird der Berater ein echter Karriere-Coach für Zeitarbeitnehmer und kann sich frühzeitig um Folgeaufträge kümmern.Ich bin davon überzeugt, die Digitalisierung ist eine Chance, um mehr Zeit für die Kandidaten zu haben. Nur so können Zeitarbeitsunternehmen und Personaldienstleister sich dauerhaft im Markt etablieren.  

Christoph Lamoller: Viele Zeitarbeitsunternehmen sind bereits digitaler als ihre Kunden. Deshalb werden die Kundenberater in den Niederlassungen zukünftig auch immer mehr zu Digitalberatern, die für Kunden und Zeitarbeitnehmer neue und intelligente Lösungen rund um Verträge, Dokumente und Einsatzpapiere zeigen.

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